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Die Fingerzimbeln

Die Fingerzimbeln sind runde Messingplättchen, die am Daumen und Mittelfinger befestigt werden und womit der Rhythmus der Musik unterstrichen wird.

Der Tanz war vor der Musik da, denn die Bewegung war vor der Sprache. In früherer Zeit kam der Tanz mit Gestik und ohne komplexe musikalische Begleitung aus. Zunächst machte man mit dem Körper selbst Musik, mit Singen, Klatschen, Stampfen. Später verwendete man Alltagsgesgegenstände wie Mörser, man behängte den Körper mit klappernden Ornamenten, später auch mit Glöckchen und Münzen, weil die Münzen so schwer zu stehlen und leicht zu tragen waren und zudem ein Geräusch machten. Die indischen Tempeltänzerinnen banden sich Glöckchen um die Fesseln und benutzten Fingerzimbeln.1

Das Instrument der Isis war das Systrum, ein U- förmiges Holzgestell auf das zwei Paar Messinzimbeln aufgespannt sind, und die durch Schütteln einen Klang erzeugen. Zimbeln, auf arabisch „sagat“ auf türkisch „zills“, werden zu Beginn als Eröffnung des Tanzes gespielt. Das Klingeln von Glocken oder Glöckchen ist seit jeher der Beginn von religiösen Handlungen, selbst zum Gottesdienst rufen die Kirchenglocken. Mit den Fingerzimbeln zu Beginn des Tanzes sollten vermutlich die „bösen Geister“ von der Tanzfläche verscheucht, und die „guten Geister“ herbei gerufen, werden. In Ägypten wird von ca 1850 v. Chr. bis in die römische Kaiserzeit ein Ritual beschrieben, das Isis auf der Suche nach Osiris darstellt, indem eine Priesterin die Rolle der Isis übernimmt. „Sie hält das Sistrum, die Isisklapper. Das Klirren soll Seth und die bösen Mächte abwehren.“.2

Copy S. Kröger

1 Wendy Bounaventura; Bauchtanz, die Schlange und die Sphynx; Frauenbuchverlag 1984; S. 128
2 Vera ZIngsen; Göttinnen großer Kulturen; dtv; 1999; S. 343