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Neu: Flamencoaching - Coaching durch Flamenco

Beim Coaching geht man davon aus, dass jeder Mensch die Lösungsmöglichkeiten bereits in sich trägt. Der Coach gibt Impulse, die der gecoachten Person  einen Zugang zu den Lösungen ermöglicht.
Flamenco kann durch Dynamik, Rhythmus und Bewegungsform als Mittel genutzt werden, um innere Zustände nach außen zu bringen. Äußere Struktur bedingt innere Struktur, aber innere Zustände zeigen sich auch in der Bewegung. Beim Flamenco benutzt man Schritte, Abfolgen, Bewegungsmuster, die sich im Alltag unterschiedlich bemerkbar machen,  z.B. verändern sich Körperhaltung und Ausstrahlung, die Präsenz und auch das körperliche Befinden.
Beim Flamencoaching wird der Flamenco gezielt genutzt um Wohlbefinden und Stressabbau zu erreichen. Man tanzt nicht um des Tanzes Willen, sondern arbeitet mit dem Tanz um ein Ergebnis zu erhalten.
Hierbei werden Bewegungsmuster, Schritte, Abfolgen oder Rhythmen genutzt um Empfindungen nach außen zu bringen, zu bestimmten Fragestellungen eine Haltung und Position zu entwickeln und letztlich eine Lösung zu verinnerlichen. Flamenco ist hierbei die Analyse und Handlungsmöglichkeit gleichzeitig. Bei diesem Wechselspiel ist durch den Flamenco möglich, innere Zustände  oder Blockaden zu erkennen, und positiv zu beeinflussen. Ebenso kann die persönliche Wirkung und Präsenz beispielsweise für Reden oder Auftritte Schliff erhalten.
Für alle, die Flamenco als Zugang zum Stressabbau, für psychisches Wohlbefinden, sowie zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit nutzen möchten und Freude an diesem besonderen Tanz haben. Es handelt sich nicht um Tanzunterricht, sondern um Coaching und Stressprävention. Flamenco- Kenntnisse sind nicht erforderlich.
Nur als Einzelstunden möglich.

Kosten pro Stunde: 49.- Euro

Sigrid Kröger ist systemische Stresspräventions- Trainerin,  Gesundheitscoach und European Business- Coach.

Jugendkurs Flamenco

Flamenco ist der tolle Tanz aus dem Süden Spaniens, der bei den Zuschauern Bewunderung hervorruft und mega in ist! Wer schon mal in Andalusien war, hat Sie schon mal gesehen, die jungen Chicas, die mit grazilen Bewegungen, rasend schnellen Schritten und mit einer selbstbewussten Ausstrahlung tanzen.

Auch du kannst das spanische Flair und das andalusische Temperament kennenlernen. Ganz einfach mit ein paar Fuß- und Schlagtechniken lernst du schnell die ersten Basics, die bei uns schon für mächtig Eindruck sorgen. Nach und nach lernst du weitere Techniken, um selbst Rhythmus zu machen und eine Stimmung ins Leben zu rufen, die es sonst nur in Andalusien gibt.

Natürlich steht beim Flamenco das Tanzen im Vordergrund. Flamenco ist genau für diejenigen was, die Spaß am Tanzen haben und dabei auch etwas Besonderes machen wollen. Beim Flamenco lernst du dich selbstbewusst und grazil zu bewegen ohne überheblich oder arrogant zu sein. Bei den temperamentvollen Schritten kannst du dich richtig gut abreagieren und gleichzeitig knallige Klänge mit den Füßen erzeugen. Flamenco sorgt für Ausgleich von Körper und Geist und bringt oft auch ein bisschen Urlaubslaune in den Alltag. Flamenco macht mega Laune - olé!


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Andalusische Lebensfreude


Wenn jemand davon erzählt, wie schön es in Andalusien ist, wovon erzählt er dann? Er erzählt von der schönen Landschaft von den Weißen Dörfern bis hin ans Meer und der Sierra Nevada. Er erzählt von der Blumenpracht an den Häuserwänden, von den Sehenswürdigkeiten in Granada, Sevilla, Córdoba und vom Himmel, der so blau ist, dass er sogar in der Nacht blendet. Er erzählt von der Feria, den schönen Pferden und den schönen Frauen, von der Weite des Meeres. Er schwärmt vom vorzüglichen Essen, dem unübertrefflichen Fisch und dem vollmundigen Wein. Er ist beeindruckt vom Flamenco, diesem Schrei der wilden Seele Andalusiens. Doch in Wirklichkeit berichtet man von einem Flecken der Erde, der so schön ist, weil die Menschen ihn schön sein lassen. Weil die Menschen dort die Schönheit ihres Landes würdigen. Die Einheimischen!


Andalusien und seine Menschen


Ich sage ja immer, beim Flamenco schlägt das Herz  bis in die Füße. Das Wort Tanz kommt vom sanskrit- Wort „tanha“ was Freude bedeutet. Demnach ist Tanz vorwiegend der Ausdruck von Lebensfreude. Und die finde ich bei den Andalusiern irgendwie täglich auch ohne Tanzen.

Während wir in der Bar (also alle Lokale in denen es Tapas und Kaffee, Eis, Bier und Wein gibt, heißen hier Bar. Die haben auch vormittags und abends offen.) beim Puerto de Señor Real sitzen, fällt uns auf, dass wir beispielsweise täglich den jungen Mann mit langen Haaren sehen, der eine ältere magere Frau mit Zopf im Rollstuhl durch die Fußgängerzone schiebt. Mal mit Tüten vom Supermarkt, mal mit Blumen in der Hand, und mal einfach so. In fast jedem Lokal ist eine rollstuhlgerechte Toilette und viele Sehenswürdigkeiten sind mit Rollstuhlrampe. Ich sehe sogar einmal ein Schild, dass Rollstuhlfahrer klingeln sollen, dann kommt jemand und hilft ihnen. Vielleicht ist hier in Andalusien die Inklusion besser gelungen als bei uns, wo es sogar im Kindertagesstättengesetz geregelt ist aber die wenigsten es geregelt bekommen, weil die Bedingungen noch nicht geschaffen sind.

Behinderung hindert nicht am Fröhlichsein


Vor der Türe spielt ein ca 12 Jahre alter Junge. Er hat schwarze Haut, und am rechten Bein eine Prothese ab dem Knie. Er hat eine kurze Hose an und mit seiner Beinprothese springt er vergnügt über die enge kleine Straße und kickt einen Fussball. Eine Frau gibt ihm einen Schlüssel und ermahnt ihn, vorsichtig nach Hause zu gehen. Er gibt ihr ein Küsschen und sagt, dass sie doch weiß, dass sie sich auf ihn verlassen kann. Er ruft "Adio Mama!", springt fröhlich über die Straße und kehrt nochmal um. Er eilt zu einem Mann, umarmt ihn stürmisch und sagt: „Ah Papa, Du musst auch Besos bekommen.“ Er gibt dem Mann Küsschen und hüpft davon. Sie wirken fröhlich und zufrieden. Insgesamt sehe ich in Jerez drei Kinder mit Beinprothese, die allesamt vergnügt durch die Gegend springen. So als wüssten sie gar nicht, dass sie eine Beinprothese haben. Auf facebook gibt es ein Video,  in dem ein Mädchen im Rollstuhl am Ende der Flamenco- Show mit den Händen Flamenco „tanzt“ und alle dazu Palmas und Jaleos machen. Behinderung hindert nicht am Fröhlichsein.


Glücklich trotz widriger Umstände


Wir lernen Pablo mit seiner Freundin kennen, die nicht seine Freundin, sondern nur eine Freundin ist. Er hat Tourismus studiert, die Freundin Betriebswirtschaft. Beide sprechen Englisch und haben keinen Job. Seine richtige Freundin ist gerade in Madrid, für ein Seminar. Sie hat auch keinen Job. Aber irgendwie sehen sie  trotzdem zufrieden aus.
Carla aus dem Flamencokurs erzählt mir, dass sie in England als Nanny arbeitet, weil sie zuhause keinen Job bekommt. Sie ist Lehrerin. Und sie ist glücklich in dem Land zuhause zu sein, in dem andere Urlaub machen.


Glückspilz mit zwei Jobs


Meist sitzen wir an der Theke. Der Kellner erzählt, dass er zwei Jobs hat. Von Morgens bis Nachmittags arbeitet er wo anders und am Abend hier. Er hat zwei Jobs, weil er auch zwei Kinder hat und geschieden ist. Bei seinem anderen Job verdient er nicht genügend Geld. Wenn er nicht für die Kinder zahlen kann dann geht’s ihm an die Gurgel. Er ist er zu allen freundlich und auch wenn alle Leute gleichzeitig bei ihm bestellen, schnell und immer gut gelaunt. Besser zwei Jobs als keinen.


Wie Monopoly


 Geht man durch die Straßen von Jerez so ist das wie bei Monopoly- von fünf Häusern sind zwei „se vende“- zu verkaufen. Manche Häuser sind noch sehr schön, andere wiederum stehen wohl schon lange leer und sehen heruntergekommen aus. Wenn ich einen Job in Jerez hätte würde ich mir eines dieser schönen Häuser kaufen. Aber in Jerez haben nicht mal die Einheimischen einen Job. Im Guitarrón erzählt uns Carlos, dass die Arbeitslosigkeit so hoch ist, dass sich die Menschen die Häuser in der Stadt nicht mehr leisten können. Die ganze Familie zieht zum Opa und man wohnt entweder in einer kleinen Wohnung oder auf dem Land. Und der Opa mit seiner Rente versorgt alle anderen mit. Da bekommt Familie doch wieder den Sinn, den sie vielleicht mal hatte, nur dass früher die Alten von den Jungen versorgt wurden, und heute lebt die ganze Familie von der Rente der Alten. Und dennoch, so scheint mir, sind die Menschen hier nicht unglücklich. Sie wirken zufrieden, sie sehen gepflegt aus, sie gehen in die Bars, auch wenn sie dort vielleicht den ganzen Abend über nur einen Fino trinken. Es wird gelacht, gesungen und getanzt. Fast überall.


Alleinsein ist ein Problem


Nur eine relativ junge Frau sehen wir täglich. Sie hat kurzes rotes Haar, und hat ein deutliches Alkoholproblem. Wir sehen sie an unterschiedlichen Ecken der Stadt. Sie hastet eilig durch die Straßen und hebt Zigarrettenstummel vom Boden auf. Dann frägt sie jemanden nach Feuer und raucht den Stummel bis zum Filter. Meist hat sie eine Flasche Wein oder einen Tetra- Pack Wein dabei. Aber niemals einen anderen Menschen. Für die Andalusier sind die anderen Menschen und das Soziale Eingebundensein wichtig. Es gilt als unhöflich einen Freund alleine nach Hause gehen zu lassen. Wer alleine ist, hat ein Problem.


Höchste Arbeitslosenzahl in Europa


In der Strandgazette liest man, Andalusien gehört derzeit zu der einkommensschwächsten Region mit der Anzahl der meisten Arbeitslosen in Europa und ist auch eine derer Regionen mit der meisten Jugendarbeitslosigkeit. Den Artikel dazu findet man hier.


..und trotzdem zufrieden und glücklich mit dem Lebensstil


Gabriele Hefele, Herausgeberin des Residentenkuriers, erzählt mir,  dass es eine Untersuchung des  „Zentrums für Andalusische Studien zur sozialen Realität“ gibt, bei der die Andalusier angaben, zufrieden mit dem Leben in ihrer Region zu sein, dass sie stark in Andalusien verwurzelt, und glücklich mit ihrem Lebensstil sind.


Menschen machen das Land aus


Wer in Andalusien ist bemerkt es schnell: Egal wie schön eine Gegend auch ist, geprägt, wird sie immer von den Menschen, die sie beleben. Alleine deshalb ist ein Urlaub in Andalusien schön- denn hier sind die Menschen fröhlich, freundlich und zufrieden. Wo immer die Sonne scheint, ist wahrscheinlich auch das Gemüt sonniger- egal wie das Leben ist.

 

 

¡Viva Flamenco!

Das Espectáculo von Korona y „Las Estrellas de Alhambra“

Im Flamenco lodert die wilde Seele Andalusiens, hier schlägt das Herz bis in die Füße, hier lässt man´s „krachen“.¡Arriba! Show anfragen

Mit Gitarristen, Tänzerinnen, Kastagnetten und rhythmischem Klatschen bringen wir den andalusischen Wind in jede Veranstaltung. Unser feuriger Flamenco begeisterte noch jedes Publikum!
Wir traten bereits bei Vernissagen, Galas, Kulturveranstaltungen, Messen sowie bei spanischen Fiestas, Firmenfeiern, Weinproben oder Weihnachtsfeiern auf. Noch mehr Auftritte sehen Sie hier. Holen auch Sie sich für 2020 eine mitreißende und spannende Flamenco-Show ins Haus und erleben Sie eine unvergessliche spanische Nacht.

„Advent al Andaluz“ - die beliebte Weihnachtsshow

¡Arriba! Show anfragen

Sehr beliebt ist auch unsere Weihnachtsflamenco-Show „Advent al Andaluz“. Die fröhliche, heitere andalusische Weihnachtszeit erwärmt hier mit Live-Gitarren, Flamenco-Tanz, Kastagnetten und Villancicos (spanische Weihnachtslieder) die Stimmung, mitten im kalten Deutschland. Der Weihnachts-Flamenco „Advent al Andaluz“ ist ein kulturelles Blitzlicht, das mit temperamentvollem Flamenco für Herzenswärme und eine gelungene Weihnachtsveranstaltung sorgt.

Unterschiedliche Darbietungen

Ein Espectáculo von Korona und „Las Estrellas de Alhambra“ gibt es als kurzen Show-Block mit 30 bis 40 Minuten oder als abendfüllendes Programm. Gerne bieten wir eine Publikumsanimation am Ende der Darbietung - der Garant für gute Stimmung. Wir bringen professionelle Technik und einen Tanzboden für eine perfekte Show mit.

Eine unvergessliche spanische Nacht

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Jede Show von und mit Korona wird eine unvergessliche spanische Flamenco-Show mit Gitarristen, Tänzerinnen, Kastagnetten und rhythmischem Klatschen. Das sorgt für den andalusischen Wind in Ihrer Veranstaltung!
Holen Sie sich richtig feurigen Flamenco ins Haus - und fragen Sie gleich jetzt an. Buchen Sie jetzt für 2020 und profitieren Sie von unserem ¡Arriba!-Preis inkl. Technik, Flamencoboden und eigenen Technikern. Unser Platzbedarf beträgt 4x3 Meter.
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Lesen Sie in der Presse unter: La Gaceta - !Viva Flamenco¡

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Sherry und Flamenco

sigrid bei sandemann

"Je mehr Sherry man trinkt, umso besser der Flamenco" lautet ein Sprichwort. Ich vermute aus Zuschauersicht. Und ich vermute, Sherry mit Flamenco in Zusammenhang zu bringen, war die Idee von Sandeman.

Warum Sherry Sherry heißt


Die Bodegas in Jerez bieten alle Führungen an, zum Teil mit Flamenco - Espectáculo und Menu. Das erschien uns mit 80.- Euro pro Person aber zu teuer. Sherry heißt Sherry, weil die Engländer Jerez nicht aussprechen konnten, und Jerez eigentlich von Xerez kommt. Xerez wurde die Stadt von den Almohaden, (ein Berbervolk die dort einige Jahrhunderte gelebt hat) genannt. Auf den Sherry-Flaschen und auf den Zertifikaten der Sherry-Meister steht Xerez - Jerez - Sherry. Wir gehen also zu Sandeman, weil es dort die günstigsten Führungen gibt. Ob Sandeman nun auch "Jerez" nicht aussprechen konnte, ist nicht bekannt, weil er Schotte und kein Engländer war. Genauso wie Katalanisch, ist Schottisch eine eigene Sprache. In Katalonien, auf den Balearen, und in Valencia ist Katalanisch neben Spanisch sogar regionale Amtssprache. Und Andorra hat nur Katalanisch als Amtssprache. Die Katalanen können zwar Spanisch, aber wer Spanisch kann, kann noch lange kein Katalanisch. Und wer Englisch kann, versteht deshalb nicht unbedingt Schottisch. Ich verstehe weder Schottisch, noch Katalanisch, und in Andalusien auch kaum Spanisch, darum bin ich froh, dass es die Führungen auch auf Deutsch gibt. Ebenso auf Französisch, Englisch und Spanisch.

Sherry-Führungen auch für Kinder

Die Führungen sind einmal pro Stunde und kosten 7,50 pro Person. Manche finden ja die Besichtigung einer Bodega als besonders reizvolles Ferienprogramm für Kinder, vielleicht verwechseln sie Sandeman mit Sandmännchen. Jedenfalls scheinen auch Kinder Sherry-Führungen zu machen, denn Kinder von 3 bis 12 Jahren bezahlen 1.- Euro Eintritt. Vielleicht wird es auch als religiöse Zeremonie betrachtet, sowas wie Wallfahrt, wohin jeder einmal pilgern sollte, schließlich wird Sherry in der“ Kathedrale“ hergestellt und die Sherry-Probe findet in der „Sakristei“ statt.
Die deutsche Sherry- Führung findet um 10.30, um 12.30 und um 14.30 Uhr statt. Aber mal ehrlich- wer besäuft sich schon um 10.30 mit Sherry? O.k. wir wählen also 12.30. Mittagszeit ist nicht mehr ganz so pennerhaft. Wir warten im Kassenbereich auf den Beginn. Dabei kann man schon autodidaktisch aufbereitet die Gewinnung des Sherrys auf anschaulichen Plakatwänden sehen und die wirklich hübsche Sandeman-Werbung aus dem letzten Jahrhundert.

Die Tänzerin und die Flasche - Sandeman Werbung

flamencotaenzerin mit sherry flascheGleich neben der Kasse hängt ein Werbeplakat, auf dem tanzt eine Flamencotänzerin mit Sherryflasche in der Hand. Ich hab das ja noch nie probiert, weder mit Sherryflasche in der Hand, noch mit Sherry im Blut, aber vielleicht ist ja was an dem Sprichwort dran. Wahrscheinlich hat Sandeman das Sprichwort erfunden, passend zu diesem Plakat.
Ich verstehe gar nicht, wieso eigentlich ich mich für die Werbeplakate mehr interessiere, als mein Mann. Der ist schließlich Werber, hat aber nur Interesse für die Sherry-Fässer. "Ich hab schließlich Urlaub" sagt er und klopft die Fässer ab. Der berühmte Don auf dem Signet auf der Flasche, ist in einer Mischung aus dem jerezianischen Hut und dem portugiesischen Umhang gekleidet, weil Sandeman in Portugal und Jerez Weinkellereien hatte. (Ich erhalte sofort einen Input über Signet und Logo von meinem Mann. Das muss man schon unterscheiden, sagt der Werber, der ja eigentlich Urlaub macht...) Übrigens muss man auch unterscheiden zwischen Sherry und Portwein. Sherry wird in Jerez hergestellt, in Portugal der Portwein. Sandeman war der erste, der Sherry exportiert hat. Und zwar in diesen riesen Fässern. Es gibt tatsächlich noch einen Herrn Sandeman, der hat aber das gesamte Imperium an eine Spirituosenfirma verkauft. Er kommt sogar ein bis zwei Mal im Jahr vorbei. Nur so, weil die eben noch seinen Namen benutzen.

Saubere Toiletten- staubige Sherry Fässer

Sehr sehenswert sind bei Sandeman die Toiletten. Die sind derart sauber, riechen frisch und haben als eine der wenigen Toiletten in Jerez alles was man braucht. Abschließbare Türen, Licht, Toilettenbrillen, Toilettenpapier, Mülleimer, Seife und Trockentücher, fließend Wasser. Und es sind mehr als vier Toilettenkabinen zur Wahl! Ich bin begeistert! Nur Fenster gibt es in Jerez in keiner einzigen Toilette. Ich habe ja in jeder Bar die Toiletten besucht. Zwar sind überall Behinderten WC, aber irgendwas fehlt immer.sherryfaesser in jerezMeist Toilettenpapier, oder Seife. Wir sind die einzigen für die deutsche Führung und ich vereinbare mit dem Guide, dass er alles auf Spanisch sagen soll und ich sage ihm dann auf Deutsch was ich verstanden habe. Das machen wir die ersten drei Sherry- Fässer lang und dann erzählt er nur noch auf Deutsch. Ich vermute, meine Übersetzung ist ihm zu anstrengend, weil ich sowieso nur die Hälfte richtig verstanden habe. Aber immerhin die Hälfte! Er erklärt uns das Sherry- Verfahren und wir sind schon vom Geruch in der Kathedrale alleine benebelt und finden alles schon ein wenig witzig.

Kathedrale ist die Produktionsstätte- Bodega die Lagerhalle

Kathedrale heißt es deshalb, weil die Produktionsstätten wie Kathedralen gebaut sind, damit die Temperatur konstant bei ca. 18 Grad bleibt. Die untersten Fässer sind die Solera- Reihe. Das erinnert mich an die Soleá im Flamenco. Solera bedeutet die, die auf dem Boden liegt. Und ein wenig muss ich schmunzeln, vielleicht heißt die Soleá ja nicht so wegen der Einsamkeit (Soledad) und auch nicht von Feierlichkeit (Solemne) sondern weil die Tänzerin betrunken am Boden liegt.
Die Umschütterei und der Reifungsprozess dauern Jahrzehnte. Fino ist der hellste und „dünnste“ Sherry, mit dem wenigsten Alkoholgehalt. Den kann man sich reinschütten und man merkt es nicht dass man eben doch betrunken wird. „Fino ist wie Affe mit Pistole“ sagt unser Freund Alfonso aus Sevilla immer. Den schüttet man sich rein, ist dicht und merkt es nicht. Dulce ist ein süßer likörartiger Sherry. Absichtlich werden bei der Ernte Trauben auf den Boden geschmissen, damit sie trocknen und Rosinen werden. Dann werden sie aufgesammelt und es wird den Rosinen Traubensaft zugesetzt und diese Flüssigkeit setzt man dann dem Sherry zu. Oder so ähnlich. Der schwerste ist der Oloroso, er ist dunkel und hat eine lange Reifungszeit. Bis zu 80 Jahren, oder länger. Also genau wissen sie nicht, wie lange der Sherry schon in den untersten Fässern vor sich hin gärt. Und ich stelle mir vor, wie Generationen in Rente gehen und nicht miterleben, dass das Zeug das sie zusammenschütten auch in Flaschen abgefüllt und verkauft wird. Der Sherry ist jedenfalls älter als ich und mein Mann, und das tröstet uns ungemein und lässt uns wieder richtig jugendlich vorkommen.
Ich frage den jungen Guide aus, während wir in die Bodega über den Hof gehen. In der Bodega werden die Fässer einfach gelagert. Jahrzehnte lang. Also solange, wie man beispielsweise braucht, bis man ein Kind durch den Kindergarten, Schule, Ausbildung gebracht hat, und es dann mit den Enkeln an der Hand in den Seniorenstift kommt, um die Oma mal wieder abzufüllen mit Dulce…

Biergärten für Sherry - Partys

Er erzählt, dass er eigentlich Pilot ist. Aber weil es für Piloten wenig Jobs gibt, hat er Tourismus studiert. Auch in Deutschland. Das ist witzig, er war nämlich an derselben FH wie ich, nur eben einen Fino lang später. Und mit einer Pilotenausbildung, mit Englisch, Deutsch und Spanisch und einem Tourismusstudium macht er nun Führungen in einer Bodega. Besser als nichts, sagt er. Das Schnapstamperl biergarten bei sandemannam langen Stöckchen , dieser Sherry Ausgießer den man bei den Sherry- Experten immer sieht, so erzählt er uns, wird benötigt, damit bei der Probe des Sherrys durch das Schütten genügend Sauerstoff dazu kommt. Was das bewirkt habe ich allerdings vergessen. Ich war viel zu sehr von dem hübschen Biergarten für Sherry entzückt und habe nicht mehr richtig zugehört. Überall Blumen, bunte Stühle, ein kühles Eckchen passend für Flamenco und Sherry. Tatsächlich kann man das auch mieten, für Hochzeiten beispielsweise. Zu blöd, dass wir schon verheiratet sind.
Wir kommen um ca. 13.00 Uhr zur Sherry- Verköstigung. Es steht für uns eine Schüssel Chips und eine Schale Oliven bereit. Mein Mann frühstückt immer einige Tostadascheiben. Der Kellner hinter der Theke im Hotel hat auch immer die größten Scheiben für ihn reserviert. Er sagt lachend, mein Mann „come mucho“. Ich sage ihm, ja er ist auch ein „Torro“. Mein Mann fühlt sich im Hotel schon so zuhause, dass er sogar beginnt den Frühstückstisch abzuräumen. „Tienes un bueno hombre“ sagt der Kellner zu mir. Das finde ich auch! Ich jedenfalls esse nicht so viele Tostadas, weshalb ich befürchte nun auch schnell einen sitzen zu haben. Wir stopfen die Chips in uns rein und der Guide schüttet eine großzügige Portion Fino in unsere Gläser.

„Fino ist wie Affe mit Pistole“

Er meint, davon könnte man ja viel trinken, er hätte ja am wenigsten Alkohol. Am Tisch neben uns ist die englische Führung, wobei es sich dabei um ein französisches Paar und ein englisches Paar handelt. Und ich sage zu meinem Mann: “Wetten, die Engländer haben 16-. Euro bezahlt!“ „Wieso, der Eintritt kostet doch 7,50.“ „Ich wollte nur testen, ob Du noch rechnen kannst.“ „Ja, kann ich, zwei Mal 7,50 ist 15. –Euro, nicht 16.- Für ´ne Sozialpädagogin schon gar nicht so schlecht.“ „Eben, und weil ich Sozialpädagogin bin sehe ich, dass sie 16 Euro gezahlt haben, weil sie ein Kind mit vier Jahren haben, das einen Euro kostet. Du Betriebswirt.“ Und ich haue lachend auf den Tisch, weil ich diesen Joke ungemein witzig finde. „Aber, vielleicht haben sie ja noch mehr bezahlt, weil sie Engländer sind und vielleicht übers Hotel gebucht haben.“ Meint mein Mann. Auch sehr komisch und wir lachen noch lauter. Der Guide kommt mit dem Dulce. Er schenkt das Glas etwas voller, weil er findet, dass Damen diesen süßen Geschmack gerne mögen. Vom Süßen darf’s doch immer etwas mehr sein. Jaja, finde ich. Und süffle das süße Getränk. Ich mache Bilder von den Gläsern und den Toilettentüren. Die sakristei bei sandemannsehen äußerst hübsch aus. Überhaupt habe ich einen bemerkenswerten Ausblick. Während mein Mann Blick auf die Fässer hat, sehe ich die Bühne für die Flamenco- Show und die geschmückte Ausstellungshalle. Außerdem sehen wir beide die Paare am Nebentisch. Das Kind friert in dieser kühlen Kathedrale in seinem weißen Sommerkleidchen und hüllt sich in einen dünnen Schal und legt sich in den Buggy. Die Erwachsenen machen von sich gegenseitig Fotos und nippen lustlos am Sherry rum und starren auf die Chips Schale. Das erinnert mich an den Film von dem Deutschen der eine Italienerin heiraten will und die Muscheln nicht aufisst. Ich schaue meinen Mann an: „Marrriaaa, ihm smeckts nischt!“ Ich lache wieder lauthals, weil ich auch diesen Witz zum Brüllen komisch finde. Die englische Führung guckt pikiert rüber. Mein Mann steht auf und inspiziert die Bühne näher. Dabei klopft er den Bühnenboden ab und schaut sich die Lautsprecher an. Als er wieder sitzt, stehe ich auf und will mir auch die Bühne ansehen. Beim Aufstehen remple ich an den Tisch und die Gläser scheppern. Aber es war ja nur unser Tisch und nicht der der englischen Führung. Auch das finden wir saukomisch und ich biege mich fast vor Lachen, nur weil die Gläser klirren.

Ein Viertelchen Oloroso

Der Guide kommt und schüttet den Oloroso ein. Er meint, das letzte Schlückchen in der Flasche zu lassen sei nutzlose Verschwendung und bringt ein Weinglas, in das er mir den Rest der ganzen Olorosoflasche schüttet. Ungefähr ein Schoppen Sherry. Ich frage ihn, ob ich das trinken muss, mein Mann meint, es wäre schon unhöflich nun das Geschenk des Hauses zu verschmähen. Ich weiß nicht, wie lange ich an diesem Oloroso herumgetrunken habe. sherry glasUnser Guide und der Guide der englischen Führung machen die Lichter hinter der Theke aus und gehen irgendwann. Die Franzosen und die Engländer am Nebentisch sind auch schon weg. Ich remple noch gegen ein Sherry- Fass und gegen den Tisch bis ich auf beiden Beinen stehe und finde das äußerst witzig, weil das nun ja keinen mehr stört. „Auweh zwick, i glab i hob an Schwips“ zitiere ich meine Großmutter, wenn sie zwei Eierlikör getrunken hatte. Überhaupt finde ich, dass doch das Leben voller Witze steckt, und wundere mich, warum ich schon so lange nicht mehr so viel gelacht habe. Ich höre mein Lachen durch die Kathedrale hallen, und finde es sehr sinnvoll ein Echo zu haben. Damit verdoppelt sich doch der Spaß. Außerdem finde ich, sollte man in den echten Kathedralen auch mehr lachen. Sie sollten statt Messwein Sherry trinken, dann wird so eine Messe viel lustiger, finde ich. Die Dame von der Kasse schaut sich nach mir um. Um zum Ausgang zu gelangen, muss man durch den Shop. Dort kann man Sherry in Geschenkpaketen, T- Shirts, Plakate und hübsche versilberte Flaschenstöpsel kaufen. Ich hätte schon einiges mitgenommen, kann aber keinen Einkaufskorb finden, was meinen Mann beruhigt. Wir kaufen also nichts. Als wir aus der kühlen, schummrigen Bodega rausgehen, prallen mir 38 Grad Hitze schonungslos auf den Kopf. Der Pförtner schließt gerade die Eingangstore. Ich rette mich sofort unter einen Orangenbaum, und gehe nur noch von Baum zu Baum oder auf der Straßenseite im Häuserschatten. Mein unternehmungslustiger Mann fragt, was wir nun noch machen wollen. Ich lache über den Witz, denn alle machen Siesta, man kann nichts unternehmen, nur die besoffenen Touristen sind in der Mittagszeit hier unterwegs. Und ich vermute, Siesta gibt es nur, damit man sich den Rausch nach einer Sherry- Probe ausschlafen kann.